Spider-Königspython
Der Spider-Königspython gehört zu den bekanntesten Mustermorphen der Szene, erkennbar an seinen dünnen, netzartigen dunklen Zeichnungen auf leuchtend goldbeigem Grund.
Überblick
Der Spider-Königspython gehört zu den bekanntesten Mustermorphen der Szene, erkennbar an seinen dünnen, netzartigen dunklen Zeichnungen auf leuchtend goldbeigem Grund. Geschätzt wird er für den sauberen, kontrastreichen Look, den er in Kombinationsmorphen einbringt, doch er ist auch eng mit einer neurologischen Erkrankung verbunden und deshalb einer der umstrittensten Morphen der Szene. Er ist ein Farb- und Mustermorph des Königspythons (Python regius).
Was es ist
Spider ist eine Einzelgen-Mustermutation. Im Vergleich zu einem normalen oder wildfarbenen Königspython verringert sie die Menge an schwarzem Pigment drastisch und dünnt die dunklen Bänder zu feinen, spinnennetzartigen Linien aus. Das Ergebnis ist eine Schlange, die heller, leuchtender und offener gemustert wirkt, mit reduzierten dunklen "Alien-Head"-Zeichnungen an den Seiten. Die Veränderung ist in Bezug auf Farbe und Muster rein kosmetisch - sie erzeugt in keiner anderen sichtbaren Weise ein anderes Tier.
Die Genetik
Spider wird dominant vererbt, das heißt, eine einzige Genkopie erzeugt den vollen sichtbaren Spider-Look. Züchter nennen viele Königspython-Gene locker "co-dom", doch Spider verhält sich nicht so, und wichtig: Es gibt keine lebensfähige Super-Form - Versuche, einen "Super Spider" (zwei Kopien) zu erzeugen, bringen kein lebendes, gesundes Supertier hervor, daher wird Spider nur als Merkmal mit einer Kopie gezüchtet. Weil eine Kopie genügt, um sich zu zeigen, ist etwa die Hälfte der Nachkommen aus einer Verpaarung von Spider und Normal ein Spider. Spider gehört außerdem zu den am häufigsten verwendeten "Kombi"-Genen und wird mit anderen Morphen kombiniert, um Designer-Looks wie Bumblebee (Spider plus Pastel) und viele andere zu erzeugen.
Aussehen
Die Grundfarbe ist ein warmes Goldbeige bis Hellbraun, deutlich heller als bei einem normalen Königspython. Das Markenzeichen ist das Muster: Das dunkle Pigment ist in dünne, verbundene, netzartige Linien statt massiver Bänder aufgebrochen, daher der Name. Viele Spiders zeigen einen helleren, saubereren Rückenbereich und reduzierte dunkle Seitenzeichnungen. Die Augen sind typisch für einen Königspython. Mit dem Alter können manche Spiders etwas "nachbräunen" oder dunkler werden, doch das dünne Netzmuster bleibt ein Leben lang das bestimmende Merkmal.
Wie es gezüchtet wird
Weil Spider dominant ist, muss nur ein Elternteil das Gen tragen und zeigen, um es weiterzugeben. Aus einer Verpaarung von Spider und normalem Königspython erwartet man eine Mischung aus Spider- und normalen Nachkommen, von denen etwa die Hälfte den Spider-Look zeigt. Es gibt keine versteckte "Het"-Form zu verfolgen wie bei rezessiven Morphen und keine Super-Form als Ziel, daher verpaaren Züchter nie zwei Spiders in der Hoffnung auf einen Super. In der Praxis wird Spider meist mit anderen Einzelgen-Morphen kombiniert, um Muster und Farben zu Designer-Kombinationen zu stapeln.
Kosten und Verfügbarkeit
Spider ist ein seit Langem etablierter und weit verbreiteter Morph, daher liegen Einzelgen-Spiders und gängige Spider-Kombinationen eher im unteren bis mittleren Preissegment, statt selten oder teuer zu sein. Neuere oder komplexere Kombinationen mit Spider können mehr kosten, einfach wegen der zusätzlich gestapelten Gene, nicht weil Spider selbst knapp ist.
Gesundheit und Ethik
Dieser Morph bringt ein gut dokumentiertes Tierschutzproblem mit, das klar benannt werden sollte. Spider ist mit einer neurologischen Erkrankung verbunden, die meist "Spider-Wobble" genannt wird und von einer leichten, gelegentlichen Kopfneigung bis zu ausgeprägterem Kopfschütteln, korkenzieherartigen Verdrehungen und Schwierigkeiten reichen kann, Futter gezielt zu treffen. Die Ausprägung schwankt von Tier zu Tier und kann unter Stress schlimmer sein, doch nach heutigem Kenntnisstand ist der Wobble untrennbar mit dem Spider-Gen selbst verbunden - jeder Spider trägt ihn in gewissem Maß, auch wenn er sehr leicht ist. Deshalb verzichten viele Halter und Züchter aus ethischen Gründen darauf, Spider zu züchten, und manche Reptilienbörsen und Organisationen schränken ihn ein oder verbieten ihn. Wer einen Spider hält, sollte ruhig und stressarm füttern und auf eine Verschlechterung der Symptome achten, und jedes Tier, das Mühe beim Fressen hat oder schwere neurologische Anzeichen zeigt, sollte einem Reptilien-Tierarzt vorgestellt werden. Egal wie man es sieht: Kaufe nur bei seriösen Züchtern, die ehrlich mit der Erkrankung umgehen, und wende dich bei jeder gesundheitlichen Frage an einen Reptilien-Tierarzt. Das ist eine Information, keine Zucht- und keine tierärztliche Beratung.
Pflege
Abgesehen vom oben genannten Wobble ist die tägliche Pflege eines Spider-Königspythons identisch mit der eines normalen Königspythons - der Morph verändert das Aussehen, nicht die grundlegenden Haltungsbedürfnisse an Wärme, Luftfeuchtigkeit, Terrariengröße und Fütterung. Folge für die Grundart einer vertrauenswürdigen, aktuellen Quelle zur Königspython-Haltung und wende dich bei gesundheitlichen Fragen an einen qualifizierten Reptilien-Tierarzt, statt dieses Porträt als vollständige Haltungsanleitung zu betrachten.
Spider-Königspython - häufige Fragen
Wobbeln alle Spider-Königspythons?
Gibt es einen Super Spider?
Ist ein Spider schwerer zu halten als ein normaler Königspython?
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Tieres wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.