Bell-Albino-Leopardgecko
Der Bell Albino ist einer der drei anerkannten Albino-Stämme des Leopardgeckos, neben Tremper und Rainwater.
Überblick
Der Bell Albino ist einer der drei anerkannten Albino-Stämme des Leopardgeckos, neben Tremper und Rainwater. Er ersetzt das normale dunkelbraune und schwarze Pigment durch weichere Braun-, Karamell-, Rosa- und Lavendeltöne und zeigt meist auffallend rote oder rosa getönte Augen. Er ist ein Farbmorph des Leopardgeckos (Eublepharis macularius).
Was es ist
Albinismus bei Leopardgeckos ist nicht der rein weiße, rotäugige Albinismus von Säugetieren. Er ist ein Fehlen des dunklen Melaninpigments, daher behält ein Bell Albino gelbe, orange und lavendelfarbene Töne, verliert aber die schwarze Fleckung und die dunkle Bänderung eines wildfarbenen Geckos. Im Vergleich zu einem normalen Leopardgecko wirken die Zeichnungen braun, pflaumenfarben oder violett statt schwarz, der Gesamteindruck ist heller und wärmer, und die Augen sind weit durchscheinender. Gerade dem Bell-Stamm werden oft rosigere, lavendelfarbenere Töne zugeschrieben als den beiden anderen Albino-Linien.
Die Genetik
Bell Albino ist ein einfach rezessives Merkmal. Ein Gecko braucht zwei Kopien des Bell-Albino-Gens - eine von jedem Elternteil -, um tatsächlich albino auszusehen. Ein Gecko mit einer einzigen Kopie sieht völlig normal aus und heißt "Het" (heterozygot) für Bell Albino; er ist ein versteckter Träger. Das ist gewöhnliche rezessive Vererbung, nicht dominant, co-dominant oder unvollständig dominant, daher gibt es keine "Super"-Form und keinen sichtbaren Unterschied zwischen einem normalen Gecko und einem Het-Träger.
Der wichtige Punkt bei diesem Stamm: Bell ist eine eigene, nicht kompatible Linie. Die drei Albino-Stämme - Bell, Tremper und Rainwater - liegen an verschiedenen Stellen im Erbgut. Die Verpaarung eines Bell Albinos mit einem Tremper- oder Rainwater-Albino ergibt keine Albino-Babys, sondern normal aussehende Nachkommen, die je eine Kopie jeder Linie tragen, aber keine zeigen. Deshalb führen Züchter die drei Stämme getrennt und behandeln sie nicht als austauschbar.
Aussehen
Die Grundfarbe ist meist blassgelb bis karamellfarben mit einem Lavendel- oder Violetthauch, besonders auf dem Rücken und an den Seiten. Die Bänderung und Fleckung, die bei einem normalen Gecko tiefschwarz wäre, erscheint braun, pflaumenfarben oder rosa. Schlüpflinge zeigen oft den stärksten Kontrast und die deutlichsten roten Augen, die in hellem Licht durchgehend rubinrot wirken können. Mit dem Erwachsenwerden hellt die Körperfarbe meist auf, und die Bänderung zerfällt in die verstreute Fleckung erwachsener Tiere, während die Augen deutlich hell und durchscheinend bleiben. Weil Albinos das dunkle Pigment fehlt, unterscheiden sich einzelne Geckos stark, je nachdem, welche weiteren Farb- und Mustergene sie tragen.
Wie es gezüchtet wird
Weil das Merkmal rezessiv ist, erscheint ein sichtbarer Bell Albino nur, wenn ein Gecko zwei Kopien des Gens erbt. Züchter erhalten sie durch die Verpaarung zweier sichtbarer Bell Albinos, eines sichtbaren Albinos mit einem Het-Träger oder zweier Hets miteinander. Zwei Hets ergeben eine Mischung, in der nur ein Teil der Nachkommen sichtbar albino ist und die übrigen normal aussehende Träger sind. Halter müssen innerhalb der Bell-Linie verpaaren, denn eine Kreuzung von Bell mit Tremper oder Rainwater ergibt normal aussehende Geckos statt Albinos. Bell Albino wird außerdem oft mit anderen Merkmalen zu Kombi-Morphen gestapelt, was ebenfalls voraussetzt, dass beide Elterntiere die nötigen Gene tragen.
Kosten und Verfügbarkeit
Bell Albino ist ein gut etablierter, weit verbreiteter Stamm. Ein einfacher Bell Albino hat meist einen moderaten Preis und ist bei Gecko-Züchtern leicht zu finden; er liegt im günstigen bis mittleren Marktsegment. Die Preise steigen, wenn das Bell-Gen mit anderen begehrten Merkmalen, Mustern oder farbintensiven Linien kombiniert wird, doch ein einfacher Bell Albino ist kein seltener oder reiner Premium-Morph.
Gesundheit und Ethik
Der Bell-Albino-Morph bringt keinen bekannten genetischen Tierschutzdefekt mit. Anders als manche Morphen in der breiteren Reptilienszene, die mit neurologischen oder strukturellen Problemen verbunden sind, haben Albino-Leopardgeckos kein angeborenes Syndrom, keine letale Super-Form und keine Gleichgewichtsstörung. Die eine praktische Eigenschaft, die man kennen sollte, ist die Lichtempfindlichkeit: Weil Albinos das dunkle Augenpigment fehlt, fühlen sie sich unter hellem Licht unwohl und kommen meist mit weicherer, gedämpfter Beleuchtung und schattigen Verstecken am besten zurecht. Das ist eine Frage der Beleuchtung, kein Defekt, und macht Haltung oder Zucht des Morphs nicht unethisch. Wie bei jedem Gecko: Wähle einen seriösen Züchter mit klaren Abstammungsaufzeichnungen und wende dich bei gesundheitlichen Fragen an einen Reptilien-Tierarzt.
Pflege
Die Pflege eines Bell Albinos ist identisch mit der eines normalen Leopardgeckos - der Morph verändert nur, wie das Tier aussieht, nicht, was es braucht. Die einzige kleine Anpassung: Halte die Beleuchtung eher gedämpft und biete reichlich schattige Verstecke, weil Albino-Augen lichtempfindlich sind. Folge für die vollständige Haltung - Terrariengröße, Wärme und Temperaturgefälle, Luftfeuchtigkeit, Bodengrund, Ernährung und Supplementierung - seriösen Quellen zur Leopardgecko-Pflege und frag bei allem Gesundheitlichen einen Reptilien-Tierarzt.
Bell-Albino-Leopardgecko - häufige Fragen
Kann man einen Bell Albino mit einem Tremper- oder Rainwater-Albino verpaaren, um mehr Albinos zu bekommen?
Haben Bell Albinos wegen ihrer roten Augen gesundheitliche Probleme?
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Tieres wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.