Bitterlingsbarbe (Kirschbarbe)
Die Bitterlingsbarbe (Puntius titteya) ist ein kleiner, friedlicher Schwarmfisch, geschätzt für die tief kirschrote Farbe, die Männchen besonders beim Laichen entwickeln.
Überblick
Die Bitterlingsbarbe (Puntius titteya) ist ein kleiner, friedlicher Schwarmfisch, geschätzt für die tief kirschrote Farbe, die Männchen besonders beim Laichen entwickeln. Erwachsene Tiere werden etwa 5 cm groß und leben meist 4-6 Jahre - damit gehört sie zu den robusteren und anfängerfreundlicheren Barben für ein bepflanztes Gesellschaftsbecken.
Naturgeschichte
Die Bitterlingsbarbe stammt aus Sri Lanka, wo sie in schattigen, langsam fließenden Bächen und Flüssen zwischen Laub und dichter Ufervegetation lebt. Diese Waldgewässer sind weich, oft durch Gerbstoffe braun gefärbt und unter dem Blätterdach nur gedämpft beleuchtet - deshalb zeigt der Fisch seine beste Farbe in einer dämmrigen, bepflanzten Umgebung statt in einem hellen, kahlen Becken. Die Wildbestände sind durch Lebensraumverlust und Fang zurückgegangen, daher sind die meisten Tiere im Handel heute Nachzuchten, was sie sehr anpassungsfähig an das Aquarienleben und tolerant gegenüber verschiedenen Bedingungen gemacht hat. In der Natur ziehen sie in lockeren Gruppen durch Flachwasser, bleiben nahe an Deckung und flitzen bei Schreck zwischen die Pflanzen - und dieser Instinkt, in der Nähe von Schutz zu bleiben, zeigt sich auch im Aquarium.
Aussehen
Bitterlingsbarben haben einen schlanken, torpedoförmigen Körper mit einem einzelnen dunklen Längsstreifen vom Maul bis zum Schwanz. Männchen zeigen die berühmte kirsch- bis ziegelrote Farbe, die sich bei der Balz verstärkt und fast glühend rot wird, wenn ein Männchen einem Weibchen imponiert oder mit Rivalen konkurriert. Weibchen sind zurückhaltender gefärbt, mit bräunlichem oder beigem Körper, hellerem Bauch und rundlicherer Form, besonders wenn sie Laich tragen. Beide Geschlechter tragen eher eine feine, dezente Zeichnung als kräftige Muster, und der rote Hauch verleiht der Art ihren Namen und Reiz. Fische, die sich sicher fühlen und gut gehalten werden, zeigen viel kräftigere Farben als nervöse, vereinzelte Tiere - das Aussehen hängt also eng mit der Haltung zusammen.
Beckengröße & Einrichtung
- Mindestbeckengröße: etwa 60 Liter für eine Gruppe ab sechs Tieren.
- Bitterlingsbarben sind Schwarmfische und sollten in Gruppen von mindestens 6 (mehr ist besser) gehalten werden, damit sie weniger scheu sind und natürliche Farbe zeigen.
Sorge für ein gut bepflanztes Becken mit viel Deckung - lebende Pflanzen, Wurzelholz und dunkler Bodengrund helfen ihnen, sich sicher zu fühlen und schöner zu färben. Sanfte bis mäßige Strömung passt zu ihnen, und Schwimmpflanzen oder ein dunklerer Bereich spenden Schatten wie in ihren beschatteten Heimatbächen. Plane freie Schwimmbahnen zwischen bepflanzten Bereichen ein, damit die Gruppe umherziehen und trotzdem schnell in Deckung flitzen kann. Bitterlingsbarben kommen gut mit normalen Gesellschaftsbecken zurecht und brauchen keine Spezialtechnik, doch ein eingefahrenes Becken mit stabilem Wasser bringt die besten Ergebnisse. Eine dicht schließende Abdeckung ist sinnvoll, denn Barben können springen.
Wasserwerte
- Temperatur: 23-27 °C.
- pH: 6,0-7,5 (leicht sauer bis neutral bevorzugt).
- Härte: weich bis mittelhart, etwa 2-15 °dGH.
- Ammoniak 0, Nitrit 0, Nitrat durch regelmäßige Wasserwechsel niedrig gehalten.
Nach der Eingewöhnung vertragen Bitterlingsbarben eine recht große Bandbreite, am schönsten färben sie sich aber in weichem, leicht saurem Wasser.
Ernährung
Allesfresser. In freier Wildbahn fressen sie kleine Insekten, Larven und Pflanzenteile, die durch ihre Bäche treiben. Im Aquarium gedeihen sie mit hochwertigen Mikropellets oder Flocken als Grundfutter, ergänzt durch Frost- oder Lebendfutter wie Wasserflöhe, Salinenkrebse und Rote Mückenlarven. Kleine, abwechslungsreiche Fütterungen ein- bis zweimal täglich halten sie gesund und bringen die beste Farbe hervor; besonders Lebend- und Frostfutter bringt Männchen zu ihrem kräftigsten Rot. Sie weiden auch weiche Algen und kleine Stücke blanchiertes Gemüse ab. Füttere nur so viel, wie die Gruppe in ein paar Minuten frisst, denn Futterreste belasten das Wasser und zerstören die stabilen Bedingungen, die sie bevorzugen.
Gesundheit & Lebenserwartung
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 4-6 Jahren.
Bitterlingsbarben sind robust, profitieren aber trotzdem von stabilem, sauberem Wasser. Häufige Probleme:
- Ichthyo (Weißpünktchenkrankheit) - oft ausgelöst durch Temperaturschwankungen oder Stress.
- Flossenfäule - verbunden mit schlechter Wasserqualität.
- Stress und blasse Farbe - meist ein Zeichen, dass die Gruppe zu klein ist oder das Becken zu wenig Deckung bietet.
Die Haltung in einem richtigen Schwarm, stabile Wasserwerte und regelmäßige Wasserwechsel verhindern die meisten Probleme. Neue Fische vor dem Einsetzen ins Hauptbecken in Quarantäne zu halten, ist außerdem ein einfacher Weg, keine Krankheiten in eine eingewöhnte, gesunde Gruppe einzuschleppen.
Vor- & Nachteile
Vorteile: klein, friedlich, robust, wunderschöne rote Männchen, leicht zu füttern, gut für bepflanzte Gesellschaftsbecken und Anfänger. Nachteile: Männchen können sich beim Laichen jagen; die Farbe verblasst bei Einzelhaltung, Stress oder in kahlen Becken; die Wildfarbe braucht die richtigen Bedingungen, um zu leuchten.
Bitterlingsbarbe (Kirschbarbe) - häufige Fragen
Wie viele Bitterlingsbarben sollte ich zusammen halten?
Sind Bitterlingsbarben so aggressiv wie Sumatrabarben?
Warum sind meine Bitterlingsbarben nicht rot?
Mit wem kann ich Bitterlingsbarben halten?
Sind Bitterlingsbarben gut für Anfänger?
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