Farbratte
Die Farbratte - die domestizierte Wanderratte (Rattus norvegicus) - gilt weithin als das intelligenteste und am besten trainierbare Kleinsäuger-Heimtier.
Überblick
Die Farbratte - die domestizierte Wanderratte (Rattus norvegicus) - gilt weithin als das intelligenteste und am besten trainierbare Kleinsäuger-Heimtier. Freundlich, gesellig und in der Lage, Tricks zu lernen, die denen von Hunden Konkurrenz machen, lassen Farbratten den schlechten Ruf ihrer wilden Vorfahren vollständig hinter sich. Farbratten werden seit über 200 Jahren gezüchtet und ähneln wilden Ratten so wenig wie ein Chihuahua einem Wolf.
Naturgeschichte & Herkunft
Wilde Wanderratten stammen aus dem Norden Chinas und Ostasien und verbreiteten sich mit dem menschlichen Handel über die ganze Welt. Die Domestikation begann im Europa des 19. Jahrhunderts, als Rattenfänger gezielt zahme Ratten und Farbmutanten züchteten. Die ersten offiziellen Ausstellungen für Farbratten fanden 1901 in Großbritannien statt.
Aussehen
Erwachsene Tiere wiegen 300-500 g (Weibchen weniger). Böcke (Männchen) sind größer und gemütlicher, Weibchen kleiner und aktiver.
Farb- und Zeichnungsvarianten: Agouti, Schwarz, Hooded (Kappe), Berkshire, Irish, Blau, Mink, Zimt, Russian Blue, Dumbo (tief angesetzte Ohren), Rex (lockiges Fell), haarlos, schwanzlos (Manx - aus Tierschutzsicht bedenklich) und viele weitere.
Wesen & Umgang
Hochintelligent und gesellig. Farbratten erkennen ihre Halter, kommen, wenn man sie beim Namen ruft, lernen Tricks (Apportieren, Labyrinthe meistern, Farben unterscheiden) und bauen echte Bindungen zu Menschen auf. Bei respektvollem Umgang sind sie in der Regel hervorragende Gefährten.
Ratten sind nacht- und dämmerungsaktiv, passen sich aber dem Tagesablauf im Haushalt an und werden dann aktiv, wenn ihre Menschen zu Hause sind.
Bisse sind selten und fast immer Abwehr. Handaufgezogene Ratten sind außergewöhnlich sanft.
Haltung
Mindestgehege: 90 × 60 × 90 cm für zwei Ratten - höher ist besser. Käfige mit mehreren Etagen, Plattformen, Seilen und Hängematten. Beliebt sind zum Beispiel Critter Nation oder Savic Royal Suite.
Das brauchst du:
- Geschlossene Böden (Gitterböden verursachen Fußverletzungen).
- Einstreu auf Papierbasis (keine Kiefern- oder Zedernspäne).
- Mehrere Hängematten (Ratten schlafen liebend gern in Stoff).
- Verstecke auf mehreren Ebenen.
- Spielzeug, Seile, Tunnel.
- Schwere Keramiknäpfe und eine Trinkflasche.
- Täglichen Freilauf in einem rattensicheren Zimmer.
Ernährung
- Laborblöcke oder Rattenpellets als Grundfutter - hochwertige, ausgewogene Rezepturen (Oxbow, Mazuri usw.). Mischfutter auf Saatenbasis führt zu Nährstoffungleichgewichten.
- Täglich frisches Gemüse - Brokkoli, Grünkohl, Erbsen, Karotten, Kräuter.
- Wenig frisches Obst.
- Gelegentlich Eiweiß - ein kleines Stück gekochtes Hähnchen oder Ei.
- Wenige Leckerlis - Ratten sind futtermotiviert und nehmen leicht zu.
Meiden: Zitrusfrüchte (bei Männchen - mit Nierenproblemen in Verbindung gebracht), Zwiebel, rohe Bohnen, Blauschimmelkäse, zuckrige Fertigprodukte.
Gesundheit & Lebenserwartung
Im Schnitt 2-3 Jahre. Manche werden 3,5-4.
Häufige Themen:
- Atemwegserkrankungen - eine chronische Mykoplasmen-Infektion ist fast immer vorhanden; gegensteuern mit staubfreier Einstreu, guter Belüftung und Antibiotika bei Schüben.
- Mammatumoren - bei Weibchen äußerst häufig; eine Kastration senkt das Risiko deutlich.
- Krebs bei älteren Ratten.
- Fußverletzungen durch Gitterböden.
- Pododermatitis (Ballenabszesse).
- Hypophysentumoren.
Suche dir vor der Anschaffung einen Heimtier-Tierarzt mit Rattenerfahrung. Die meisten Gesundheitsprobleme von Ratten sind im Frühstadium behandelbar.
Sozialverhalten
Streng gesellig. Halte sie mindestens als gleichgeschlechtliches Paar (zwei Männchen oder zwei Weibchen). Eine einzelne Ratte wird depressiv und lebt kürzer.
Die meisten Ratten leben glücklich in Gruppen von 3-5 Tieren. Das Zusammenführen mit neuen Ratten erfordert sorgfältige Arbeit auf neutralem Gebiet über mehrere Tage.
Vor- & Nachteile
Vorteile:
- Hochintelligent und trainierbar.
- Anhänglich und bindungsfähig.
- Schnell stubenrein.
- Günstig und einfach zu füttern.
Nachteile:
- Kurze Lebenserwartung.
- Atemwegserkrankungen fast immer vorhanden.
- Müssen in Gruppen gehalten werden.
- Mammatumoren häufig.
- Gewisse gesellschaftliche Vorurteile.
Am besten geeignet für
- Erwachsene und ältere Kinder (ab 8).
- Halter, die ein interaktives, trainierbares Kleintier wollen.
- Haushalte, die eine Gruppe halten können.
Nicht geeignet für Menschen mit Angst vor Ratten, Familien, die nicht mindestens zwei Tiere halten können, oder alle, die ein langlebiges Haustier erwarten.
Farbratte - häufige Fragen
Ist die Haltung von Farbratten unbedenklich?
Beißen sie?
Kann ich nur eine halten?
Wie alt werden Farbratten?
Sind sie gut für Kinder?
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Tieres wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.