Rennmaus
Die Rennmaus - meist die Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus) - ist ein aktives, geselliges, fast geruchloses kleines Nagetier, das ursprünglich aus den mongolischen Steppen stammt.
Überblick
Die Rennmaus - meist die Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus) - ist ein aktives, geselliges, fast geruchloses kleines Nagetier, das ursprünglich aus den mongolischen Steppen stammt. Rennmäuse verbinden die Robustheit von Wüstenbewohnern mit freundlichem Sozialverhalten und gehören damit zu den lohnendsten Kleinsäugern für alle, die ihren Tieren gern aufmerksam zusehen.
Naturgeschichte & Herkunft
Mongolische Rennmäuse bewohnen halbtrockenes Grasland in der Mongolei, im Norden Chinas und im Süden Russlands. Sie leben in Großfamilien in weitverzweigten Bausystemen. Der Heimtierbestand geht auf etwa 20 wild gefangene Paare zurück, die 1954 in die USA gebracht wurden.
Aussehen
Erwachsene Tiere wiegen 70-110 g bei einer Körperlänge von 10-13 cm, dazu kommt ein etwa gleich langer Schwanz mit Quaste.
Farbvarianten: Agouti (Wildfarbe), Schwarz, Weiß, Lilac, Dove, Argente, Schimmel und viele weitere.
Wesen & Umgang
Neugierig, aktiv, freundlich. Rennmäuse erkunden ständig ihre Umgebung und schlafen selten lange am Stück. Sie sind leichter zu handhaben als Hamster - freundlicher und beißen seltener.
Heb sie niemals am Schwanz hoch - der Schwanz ist empfindlich, und die Schwanzhaut kann abreißen und den Knochen freilegen. Heb sie auf, indem du den Körper mit beiden Händen umschließt.
Haltung
Mindestgehege: 70 × 40 cm Grundfläche, größer ist besser. Hohe Gehege (ab 60 cm) für tiefes Graben.
Die wichtigste Anforderung: sehr tiefe Einstreu (ab 30 cm). Rennmäuse graben weitverzweigte Tunnelsysteme, und diese Beschäftigung ist nicht verhandelbar. Hamsterkäfige sind meist zu flach; Aquarien (ab etwa 150 Litern) eignen sich gut.
Das brauchst du:
- Tiefe Einstreu aus Papier oder Hanf (keine Kiefern- oder Zedernspäne).
- Ein geschlossenes Laufrad (ab 20 cm).
- Nagematerial aus Holz (die Zähne von Rennmäusen wachsen lebenslang nach).
- Ein Sandbad.
- Einen Keramiknapf.
- Eine Trinkflasche.
- Mehrere Verstecke.
Ernährung
- Rennmaus-Trockenfutter mit Getreide, Saaten und getrocknetem Gemüse.
- Eine kleine Portion frisches Gemüse alle 2-3 Tage.
- Wenig Obst als seltene Belohnung.
- Sonnenblumenkerne nur sehr sparsam (machen dick).
Meiden: Zitrusfrüchte, Zwiebel, Milchprodukte, Schokolade, zuckrige Leckerlis.
Rennmäuse brauchen sehr wenig Wasser (Anpassung an die Wüste), trotzdem sollte immer frisches Wasser bereitstehen.
Gesundheit & Lebenserwartung
3-4 Jahre.
Häufige Themen:
- Tyzzer-Krankheit - bakterielle Infektion, oft tödlich.
- Epilepsie - manche Zuchtlinien neigen zu Krampfanfällen.
- Schwanzverletzungen durch falsches Hochheben.
- Tumoren der Duftdrüse (Bauchmitte) bei älteren Rennmäusen.
- Zahnerkrankungen.
- Alterstumoren.
Sozialverhalten
Rennmäuse sind zwingend gesellig. Halte sie mindestens als gleichgeschlechtliches Paar (zwei Wurfgeschwister). Einzeln gehaltene Rennmäuse werden depressiv und leben kürzer.
Das Zusammenführen fremder erwachsener Rennmäuse kann zu schweren Kämpfen führen (dem sogenannten Declanning, bei dem eine Gruppe zerbricht). Für neue Vergesellschaftungen eignen sich Tiere aus demselben Wurf oder die Trenngitter-Methode.
Vor- & Nachteile
Vorteile:
- Aktiv und spannend zu beobachten.
- Freundlich und leicht zu handhaben.
- Fast geruchlos.
- Günstiger im Futter als größere Nager.
- Begleiter für 3-4 Jahre.
Nachteile:
- Müssen zu zweit gehalten werden.
- Brauchen sehr tiefe Einstreu (großes Gehege).
- Schwanzverletzungen bei grobem Umgang.
- Vergesellschaftung erwachsener Tiere schwierig.
Am besten geeignet für
- Ältere Kinder und Erwachsene.
- Familien, die ein aktives, geselliges Kleintier suchen.
- Wohnungsbewohner.
Nicht geeignet für kleine Kinder (empfindlicher Schwanz) oder Haushalte ohne passende Haltung mit tiefer Einstreu.
Rennmaus - häufige Fragen
Warum so tiefe Einstreu?
Kann ich eine Rennmaus allein halten?
Sind sie gut für Kinder?
Wie alt werden Rennmäuse?
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