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Haustier-Glossar

Tierhaltung und Tierarztbesuche bringen jede Menge Fachbegriffe mit sich. Hier steht, was sie wirklich bedeuten - in klarer Sprache. Tippe los, um die Liste zu filtern.

Analdrüsen
Zwei kleine Duftdrüsen beiderseits des Afters von Hund oder Katze. Entleeren sie sich nicht von selbst, können sie verstopfen oder sich entzünden - Anzeichen sind "Schlittenfahren" und Lecken; Tierarzt oder Hundefriseur können sie ausdrücken.
Auffrischungsimpfung (Booster)
Eine wiederholte Impfdosis, die den Schutz nach der Grundimmunisierung auffrischt. Die Abstände hängen vom Impfstoff und von örtlichen Vorschriften ab - den Plan legt dein Tierarzt fest.
BARF
Ursprünglich "Biologically Appropriate Raw Food", im Deutschen meist "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" - eine Fütterungsweise aus rohem Fleisch, Knochen und Innereien. Sie hat Fans und Kritiker; sprich vorher mit deinem Tierarzt, denn sie birgt Risiken bei Hygiene und ausgewogener Zusammensetzung.
Body Condition Score (BCS)
Eine Skala von 1 bis 9 (oder 1 bis 5) zum Abtasten, ob ein Tier untergewichtig, ideal oder übergewichtig ist - danach, wie leicht sich die Rippen fühlen und eine Taille sehen lässt. Aussagekräftiger als die Waage allein.
Boxentraining
Einem Tier beibringen, eine Hundebox als sicheren, ruhigen Rückzugsort zu sehen statt als Strafe - nützlich für die Stubenreinheit, auf Reisen und damit ein Hund einen Platz zum Entspannen hat.
Brachyzephal
Kurzköpfige Rassen wie Mops, Bulldoggen und Perserkatzen. Der kurze Schädel kann Atemnot, Überhitzung und Augenprobleme bedeuten - gut zu wissen, bevor du kaufst.
Entwöhnung (Absetzen)
Die allmähliche Umstellung von Welpen oder Kitten von der Muttermilch auf feste Nahrung, meist etwa ab der dritten bis achten Lebenswoche.
Entwurmung
Die Behandlung gegen Darmparasiten wie Spulwürmer, Bandwürmer und Hakenwürmer. Erfolgt nach einem regelmäßigen Plan, besonders bei Welpen, Kitten und Freigängern.
Fellpflege
Die Pflege von Fell, Haut, Krallen, Ohren und Zähnen - bürsten, baden, scheren und durchchecken. Wie viel nötig ist, hängt stark von der Rasse ab.
FeLV (Leukose)
Felines Leukämievirus - ein ansteckendes Virus, das zwischen Katzen durch engen Kontakt übertragen wird und das Immunsystem schwächt. Es gibt eine Impfung; vor dem Zusammenführen mit einer neuen Katze wird ein Test empfohlen.
FIV (Katzen-Aids)
Felines Immunschwächevirus - ein langsam verlaufendes Virus, das vor allem über Bisswunden zwischen Katzen übertragen wird und die Abwehr nach und nach schwächt. FIV-positive Katzen können in Wohnungshaltung und ohne Stress lange leben.
Haarballen
Ein Knäuel verschluckter Haare, das eine Katze beim Putzen aufnimmt und wieder hochwürgt. Gelegentlich ist das normal; häufige Haarballen oder Würgen ohne Ergebnis sollte der Tierarzt abklären.
Halskragen (Leckschutz)
Der trichterförmige Kragen, der ein Tier davon abhält, eine Wunde oder Nähte zu belecken oder aufzubeißen, während sie heilen. Auch Halskrause genannt, im Englischen "cone of shame"; es gibt weiche und aufblasbare Varianten.
Hautpilz (Ringworm)
Eine Pilzinfektion der Haut (kein Wurm), die kreisrunde kahle Stellen und schuppige Haut verursacht. Sie ist ansteckend und eine Zoonose - sie kann auf Menschen übergehen -, daher vorsichtig anfassen und behandeln.
Herzwurm
Ein parasitischer Wurm, der durch Mückenstiche übertragen wird und in Herz und Lunge lebt. Vorbeugen ist einfach und günstig, die Behandlung schwierig. Wie konsequent vorgebeugt werden sollte, hängt von der Region ab - in Nordamerika raten die meisten Tierärzte zu ganzjährigem Schutz; frag deinen Tierarzt, besonders vor Reisen mit dem Hund in den Süden.
Hot Spot
Akute feuchte Dermatitis - eine rote, wunde, oft nässende Stelle gereizter Haut, die ein Tier beleckt oder aufgekratzt hat. Häufig bei warmem, feuchtem Wetter und bei Hunden mit dichtem Fell.
Hüftdysplasie (HD)
Ein fehlgebildetes Hüftgelenk, oft erblich bei größeren Rassen, bei dem Kopf und Pfanne schlecht zusammenpassen und sich ungleichmäßig abnutzen. Die Folge sind Schmerzen und Arthrose; Gewichtskontrolle und tierärztliche Betreuung helfen.
Hypoallergen
Ein Tier, das seltener Allergien auslöst, meist weil es wenig Hautschuppen verliert. Kein Tier ist wirklich allergenfrei, aber manche Rassen eignen sich für Allergiker besser.
Impfung (Kern- und Nicht-Kernimpfungen)
Kernimpfungen werden fast jedem Tier empfohlen (zum Beispiel Tollwut, Staupe, Parvovirose, RCP bei Katzen). Nicht-Kernimpfungen, etwa gegen Zwingerhusten oder Borreliose, hängen von Lebensweise und Risiko ab.
Kastration
Die operative Unfruchtbarmachung durch Entfernen der Keimdrüsen - beim Männchen der Hoden, beim Weibchen der Eierstöcke, meist zusammen mit der Gebärmutter. Über die Verhütung hinaus kann sie bestimmte Krebsarten und Verhaltensweisen verringern. Im Englischen heißt der Eingriff beim Weibchen "spay", beim Männchen "neuter" oder "castration".
Katzenklo-Training
Einer Katze (oder einem Kaninchen oder Frettchen) beibringen, eine Toilette mit Streu zu benutzen. Katzen lernen das meist ganz von selbst; der Trick ist eine saubere Toilette an einem ruhigen Ort.
Kirschauge (Cherry Eye)
Ein Vorfall der Nickhautdrüse, sichtbar als roter Knubbel im Augenwinkel. Bei manchen Rassen häufig; meist ist eine kleine Operation zur Rückverlagerung nötig statt einer Entfernung.
Koprophagie
Kotfressen - eigener oder fremder Kot. Bei Hunden häufig und meist eher Verhalten als etwas Ernstes, trotzdem lohnt es sich, mit dem Tierarzt Futterlücken oder Parasiten auszuschließen.
Magendrehung (GDV)
Gastric dilatation-volvulus: Der Magen füllt sich mit Gas und kann sich verdrehen. Ein lebensbedrohlicher Notfall, am häufigsten bei Hunden mit tiefem Brustkorb. Sofort zum Tierarzt.
Mikrochip
Ein reiskorngroßer Identifikationschip unter der Haut. Er wird in Tierarztpraxen und Tierheimen ausgelesen und ist mit deinen Kontaktdaten verknüpft - der beste Weg, ein entlaufenes Tier wiederzubekommen. Halte die Registrierung aktuell.
Obligater Fleischfresser
Ein Tier, das Fleisch fressen muss, um zu überleben - wie die Katze, die Nährstoffe wie Taurin braucht, die nur in tierischem Gewebe vorkommen. Deshalb gedeihen Katzen nicht mit Hundefutter oder vegetarischer Ernährung.
Parodontitis (Zahnerkrankung)
Entzündung und Infektion von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat durch angesammelten Belag und Zahnstein. Bei erwachsenen Tieren sehr häufig; sie verursacht Schmerzen und Mundgeruch und lässt sich durch Zahnpflege vorbeugen.
Parvovirose (Parvo)
Eine schwere, hoch ansteckende Virusinfektion des Darms, besonders gefährlich für ungeimpfte Welpen. Sie verursacht Erbrechen und blutigen Durchfall; die Impfung ist der zentrale Schutz.
Patellaluxation
Eine Kniescheibe, die aus ihrer Führungsrinne springt, häufig bei kleinen Rassen. Anzeichen ist ein hüpfender Schritt auf einem Hinterbein. Leichte Fälle werden begleitet, schwere brauchen eventuell eine Operation.
RCP-Impfung (FVRCP)
Die Kern-Kombinationsimpfung für Katzen gegen die virale Rhinotracheitis und das Calicivirus (beide Erreger des Katzenschnupfens) sowie gegen die Panleukopenie (Katzenseuche).
Senior-Tier
Ein Tier im späteren Lebensabschnitt - grob ab etwa 7 Jahren bei Hunden und Katzen, bei Riesenrassen früher. Braucht oft angepasstes Futter und häufigere Tierarztkontrollen.
Sozialisierung
Ein junges Tier in seinem wichtigen frühen Zeitfenster behutsam an Menschen, andere Tiere, Geräusche und Situationen gewöhnen, damit es selbstbewusst statt ängstlich aufwächst.
Staupe
Eine ernste, ansteckende Viruserkrankung bei Hunden, die Darm, Lunge und Nervensystem befällt. Die routinemäßige Kernimpfung schützt davor.
Sterilisation
Unfruchtbarmachung ohne Entfernen der Keimdrüsen, indem Samen- oder Eileiter durchtrennt werden; die Hormone bleiben erhalten. Umgangssprachlich wird das Wort oft fälschlich für die Kastration von Hündin oder Katze verwendet.
Subkutan
"Unter die Haut." Das hörst du bei Injektionen (wie vielen Impfungen) und bei Infusionen zu Hause, die manche älteren oder nierenkranken Tiere bekommen.
Titerbestimmung
Ein Bluttest, der die Antikörpermenge misst, um zu prüfen, ob ein Tier noch geschützt ist - manchmal genutzt, um zu entscheiden, ob eine Auffrischungsimpfung nötig ist.
Tollwut
Eine tödliche Viruserkrankung des Gehirns, die auf Menschen übertragbar ist. Die Impfung ist vielerorts gesetzlich vorgeschrieben und für die meisten Auslandsreisen nötig.
Trächtigkeit
Die Zeit der Schwangerschaft beim Tier. Bei Hund und Katze rund 63 Tage, wobei sie je nach Tier und Wurf etwas schwankt.
Welpengeburt
Das Werfen eines Wurfs bei der Hündin. Die Trächtigkeit dauert rund 63 Tage; kenne die Anzeichen der Geburt und wann sie nicht vorangeht, damit du rechtzeitig den Tierarzt rufst.
Wolfskralle (Afterkralle)
Die zusätzliche "Daumen"-Kralle weiter oben am Bein von Hund oder Katze. Sie berührt den Boden nicht, kann deshalb zu lang werden und sollte beim Krallenschneiden mit kontrolliert werden.
Zahnstein
Verhärteter Zahnbelag, den Zähneputzen allein nicht entfernt. Lässt man ihn wachsen, führt er zu Zahnfleischerkrankungen - deshalb zählen Zahnpflege und gelegentliche Zahnreinigung.
Zoonose
Eine Krankheit, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden kann - darunter Tollwut, Hautpilz und einige Würmer. Gute Hygiene und routinemäßige Vorbeugung halten das Risiko gering.
Zwingerhusten
Eine hoch ansteckende Atemwegsinfektion mit rauem, bellendem Husten. Verbreitet sich überall, wo Hunde zusammenkommen - Hundepensionen, Hundetagesstätten, Parks. Es gibt eine Impfung.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Tieres wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.

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