Molly
Der Molly (Poecilia sphenops / Poecilia latipinna) ist ein robuster, friedlicher Lebendgebärender, beliebt bei Anfängern wie Züchtern.
Überblick
Der Molly (Poecilia sphenops / Poecilia latipinna) ist ein robuster, friedlicher Lebendgebärender, beliebt bei Anfängern wie Züchtern. Es gibt ihn in vielen Formen - Black Molly, Dalmatiner, Segelflosser und den rundlichen Ballonmolly -, er ist aktiv, gesellig und leicht zu halten, sobald er ein stabiles, eingefahrenes Becken hat. Mollys bevorzugen hartes, alkalisches, warmes Wasser und werden etwas größer als Guppy oder Platy, daher brauchen sie mehr Schwimmraum als die kleinsten Gesellschaftsfische.
Naturgeschichte
Mollys stammen aus Küstenbächen, Gräben, Flussmündungen und brackigen Lagunen Amerikas, vom Süden der USA über Mexiko bis in den Norden Südamerikas. Viele Wildbestände leben dort, wo Süßwasser auf das Meer trifft - deshalb sind Mollys dafür bekannt, etwas Aquariensalz zu vertragen. Diese Gewässer sind meist hart, mineralreich, alkalisch und warm, mit reichlich Algen und Pflanzen zum Abweiden.
Aussehen
Erwachsene Tiere werden je nach Form meist 6-10 cm groß, Segelflosser und größere Linien am oberen Ende dieser Spanne - deutlich größer als Guppy oder Platy. Die Wildform ist schlicht silbergrau, doch die Zucht hat einfarbig schwarze, Dalmatiner (weiß mit schwarzen Sprenkeln), goldene, silberne und Leierschwanzformen hervorgebracht. Segelflosser-Männchen tragen eine hohe, prächtige Rückenflosse; Ballonmollys haben einen verkürzten, runden Körper. Männchen sind schlanker und haben ein spitzes Gonopodium (umgebildete Afterflosse); Weibchen sind fülliger und größer.
Wesen & Vergesellschaftung
Friedlich, aktiv und gesellig. Mollys gedeihen am besten in Gruppen und fühlen sich mit mehr Weibchen als Männchen am wohlsten, da Männchen Weibchen hartnäckig bedrängen können. In einer ausreichend großen Gruppe verteilt sich die Aufmerksamkeit, und sie verhalten sich natürlicher. Gelegentlich zankt sich ein Männchen um Platz, doch gegenüber anderen Arten sind Mollys nicht aggressiv.
Sie passen gut zu anderen friedlichen Gesellschaftsfischen, die ebenfalls hartes, alkalisches Wasser mögen - Platys, Guppys, Schwertträger und andere Lebendgebärende sind natürliche Gefährten. Meide Flossenzupfer und große oder aggressive Fische. Beachte, dass die Mitbewohner die Vorliebe des Mollys für härteres, wärmeres Wasser teilen sollten, statt weiche, saure Bedingungen zu brauchen.
Beckengröße & Einrichtung
Minimum: 75 Liter für eine kleine Gruppe, für Segelflosser mehr.
Mollys sind aktive Schwimmer und werden größer als winzige Gesellschaftsfische, also gib ihnen freien waagerechten Schwimmraum. Ein eingefahrenes, gut gefiltertes, sauerstoffreiches Becken passt am besten. Harter Bodengrund oder Korallenbruch hilft, das Wasser hart und alkalisch zu halten. Lebende Pflanzen, etwas Algenwuchs zum Abweiden und sanfte bis mäßige Strömung funktionieren gut. Lass die Abdeckung drauf - sie können springen.
Wasserwerte
- Temperatur: 24-28 °C.
- pH: 7,5-8,5 (hart und alkalisch bevorzugt).
- Hartes, mineralreiches Wasser.
- Etwas Aquariensalz wird vertragen, ist aber nicht nötig; verzichte darauf, wenn du salzempfindliche Mitbewohner oder Pflanzen hältst.
- Ammoniak 0, Nitrit 0, Nitrat <30 ppm.
Ernährung
Allesfresser mit starkem Schwerpunkt auf Pflanzlichem. Biete hochwertige Flocken oder Pellets mit gutem Gemüseanteil und ergänze großzügig mit Algen, blanchiertem Gemüse, Spirulina und Algentabletten. Gelegentliches Frost- oder Lebendfutter wie Wasserflöhe, Salinenkrebse und Rote Mückenlarven rundet den Speiseplan ab. Viel Grünes und natürliches Abweiden halten Mollys gesund. Füttere ein- bis zweimal täglich kleine Portionen.
Gesundheit & Lebenserwartung
3-5 Jahre.
Häufige Probleme:
- Die "Schaukelkrankheit" - ein schaukelndes, zitterndes Hin- und Herwiegen auf der Stelle, meist ein Zeichen für schlechte oder instabile Wasserqualität, falsche Werte (zu weich oder sauer) oder Temperaturstress.
- Ichthyo (Weißpünktchenkrankheit).
- Flossenfäule durch schlechte Wasserqualität.
- Todesfälle beim Einfahren, wenn sie eingesetzt werden, bevor das Becken eingefahren und stabil ist.
Mollys sind robust, reagieren aber wirklich empfindlich auf schlechte Wasserqualität, daher ist ein stabiles, eingefahrenes, gut gepflegtes Becken für sie wichtiger als für viele andere Anfängerfische.
Vor- & Nachteile
Vorteile: robust, friedlich, aktiv, viele Farbformen, leicht zu züchten, anfängerfreundlich, hilft beim Abweiden von Algen. Nachteile: braucht mehr Schwimmraum als winzige Fische; will hartes, alkalisches Wasser (kein weiches, saures); vermehrt sich bereitwillig, du wirst dich also um Jungfische kümmern müssen; empfindlich gegenüber schlechter oder instabiler Wasserqualität.
Molly - häufige Fragen
Wie viele Mollys sollte ich halten?
Welches Wasser bevorzugen sie?
Sind sie gute Anfängerfische?
Werden sie sich vermehren?
Mit wem kann ich sie halten?
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Tieres wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.