Königsspringspinne (Phidippus regius)
Die Königsspringspinne (Phidippus regius) ist ein winziges, charismatisches wirbelloses Heimtier, berühmt für ihre riesigen, nach vorn gerichteten Augen und ihre "welpenhafte" Neugier.
Überblick
Die Königsspringspinne (Phidippus regius) ist ein winziges, charismatisches wirbelloses Heimtier, berühmt für ihre riesigen, nach vorn gerichteten Augen und ihre "welpenhafte" Neugier. Erwachsene sind klein - Weibchen erreichen etwa 18-22 mm Körperlänge, Männchen etwas weniger -, doch sie sind aufmerksame, auf Sicht jagende Tiere, die den Kopf neigen und ihren Halter tatsächlich beobachten. In einem kleinen, hohen, belüfteten Behälter gehalten, sind sie ein sanftes, günstiges Einsteiger-Wirbelloses. Für Menschen harmlos: scheu, beißen ungern, und ein Biss ist nicht schlimmer als ein Bienenstich.
Naturgeschichte
Heimisch im Südosten der Vereinigten Staaten und in Teilen der Karibik. Tagaktiv. Anders als netzbauende Spinnen sind Springspinnen aktive Jäger - sie pirschen sich an Beute heran, schätzen Entfernungen mit hervorragendem Sehvermögen ab und springen, wobei sie sich mit einem Sicherheitsfaden absichern, statt Futter im Netz zu fangen. Sie bauen kleine Gespinst-"Wohnröhren" zum Ruhen, Häuten und Verstecken.
Rechtslage
Grundsätzlich als Heimtier legal, auch in den gesamten Vereinigten Staaten und weiten Teilen Europas. Phidippus regius ist in den USA heimisch, daher ist sie dort kein Thema für exotische Importe. Besondere Genehmigungen sind normalerweise nicht nötig. Prüfe wie immer vor dem Kauf das örtliche Recht.
Aussehen
Weibchen etwa 18-22 mm Körperlänge, Männchen etwas kleiner und schlanker. Gedrungener, flauschiger Körper mit schillernd grünen oder violetten Cheliceren (Kieferklauen). Vier große, nach vorn gerichtete Augen plus vier kleinere ergeben das breite, ausdrucksvolle "Gesicht". Die Farbe variiert - Weibchen sind oft grau mit weißen Zeichnungen; Männchen eher schwarz mit weißen Flecken und Bändern.
Wesen & Umgang
Neugierig, aufmerksam und bemerkenswert wach - sie drehen sich zu Bewegungen und verfolgen einen Finger. Eher scheu als angriffslustig; ihr Instinkt ist Flucht oder Sprung, nicht Biss. Halte das Anfassen minimal und sanft. Wenn du eine über deine Hand laufen lässt, dann tief über weichem Untergrund - ein Sturz kann ein so kleines Tier verletzen, und sie sind schnell.
Ein Biss ist selten und für Menschen harmlos - etwa mit einem Bienenstich vergleichbar - und kommt nur vor, wenn die Spinne gedrückt oder eingeklemmt wird. Respektiere das Tier, greif nicht zu und lass es in seinem eigenen Tempo laufen.
Unterbringung
Minimum: ein kleiner, hoher Behälter von etwa 15 × 15 × 20 cm (höher als breit) für ein erwachsenes Tier.
Biete:
- Senkrechte Klettereinrichtung - Zweige, Korkrinde, künstliche oder lebende Pflanzen.
- Reichlich Belüftung (Querlüftung, kein geschlossenes Glas).
- Eine dünne Schicht Kokosfaser als Bodengrund, die etwas Feuchtigkeit hält.
- Befestigungspunkte nahe der Decke - sie bauen ihre Wohnröhre gern weit oben.
- Einen sicheren, gut schließenden Deckel - sie sind schnell und erkunden jede Lücke.
Halte eine Spinne pro Behälter. Sie sind nicht gesellig und behandeln einen Mitbewohner als Beute.
Wärme, Luftfeuchtigkeit & Licht
- Temperatur: Zimmertemperatur, etwa 20-26 °C. In einer normalen Wohnung ist keine besondere Heizung nötig.
- Luftfeuchtigkeit: mäßig. Alle paar Tage eine Seite leicht besprühen - sie trinken die Tropfen. Zwischen dem Sprühen abtrocknen lassen; ein ständig nasser Behälter verursacht Schimmel und schadet ihnen.
- Beleuchtung: natürliches (indirektes) Tageslicht genügt. Keine UV- oder Wärmelampe nötig.
Ernährung
Insektenfresser. Jagt kleine lebende Futtertiere durch Anschleichen und Springen:
- Flugunfähige Fruchtfliegen (ideal für Jungspinnen und Jungtiere).
- Kleine Grillen, Schaben oder Mehlwürmer für Erwachsene - die Beute sollte nicht größer sein als der Körper der Spinne.
Alle 2-4 Tage füttern; ein erwachsenes Tier frisst womöglich seltener. Nicht gefressene Beute entfernen - frei laufende Grillen können eine sich häutende Spinne stressen oder beißen. Wasser immer durch Sprühen anbieten; eine Wasserschale ist nicht nötig.
Gesundheit & Lebenserwartung
Insgesamt etwa ein Jahr; Weibchen leben meist etwas länger als Männchen. Ein Großteil ihres Lebens entfällt auf die Jugend, daher bleiben einer nachgezogenen erwachsenen Spinne womöglich nur noch Monate.
Häufige Probleme:
- Häutungsprobleme (Dysekdysis) - meist durch zu trockene Bedingungen. Störe nie eine Spinne in ihrer Wohnröhre; sie bereitet sich womöglich auf die Häutung vor.
- Stürze - Verletzungen durch Herunterfallen; tief und sanft anfassen.
- Austrocknung - regelmäßig leicht sprühen, damit sie trinken kann.
- Alter - die Lebensdauer ist von Natur aus kurz; ein Nachlassen gegen Ende ist normal und nicht unbedingt Krankheit.
Tierärztliche Behandlung ist bei einem so kleinen Tier kaum praktikabel - gute Haltung ist die gesamte Vorsorge.
Vor- & Nachteile
Vorteile: charismatisch und für ein Wirbelloses wirklich interaktiv, harmlos für Menschen, winziger Platzbedarf, sehr günstig, keine Heizung oder Spezialausrüstung, großartiges sanftes Einsteigertier. Nachteile: kurze Lebensdauer (etwa ein Jahr), braucht lebende Futterinsekten, zerbrechlich und durch Stürze leicht verletzt, kein echtes Tier zum Anfassen, muss allein gehalten werden.
Königsspringspinne (Phidippus regius) - häufige Fragen
Sind sie gefährlich?
Beobachten sie einen wirklich?
Wie lange leben sie?
Was fressen sie?
Kann ich zwei zusammen halten?
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Tieres wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.