Sperlingspapagei (Blaugenick-Sperlingspapagei)
Der Sperlingspapagei - meist der Blaugenick-Sperlingspapagei (Forpus coelestis) - gehört zu den kleinsten Papageienarten der Welt und wird oft als große Papageienpersönlichkeit in einem winzigen Körper beschrieben.
Überblick
Der Sperlingspapagei - meist der Blaugenick-Sperlingspapagei (Forpus coelestis) - gehört zu den kleinsten Papageienarten der Welt und wird oft als große Papageienpersönlichkeit in einem winzigen Körper beschrieben. Mutig, neugierig und erstaunlich furchtlos, bringt dieser taschengroße Papagei das Selbstbewusstsein und die Intelligenz viel größerer Vögel mit. Handaufgezogene Sperlingspapageien binden sich intensiv an ihre Halter und sind spannende, charakterstarke Begleiter für alle, die ihnen täglich echte Aufmerksamkeit schenken können.
Naturgeschichte & Herkunft
Blaugenick-Sperlingspapageien sind im Westen Ecuadors und im Nordwesten Perus heimisch, wo sie in kleinen Schwärmen in Trockenwäldern, Buschland und trockenem Tiefland leben. Sie haben sich gut an gestörte und landwirtschaftlich genutzte Gebiete in ihrem Verbreitungsgebiet angepasst. Seit Jahrzehnten werden sie in Menschenobhut gezüchtet, wodurch aus dem wildfarbenen Grün und Blau eine Reihe von Farbmutationen entstanden ist.
Aussehen
Erwachsene Vögel wiegen 28-35 g und sind einschließlich Schwanz etwa 12-13 cm lang.
Farbvarianten: Die Wildform ist grün, das Männchen zeigt blaue Abzeichen an Flügeln und Bürzel; zu den Zuchtmutationen gehören Blau, Gelb, Weiß, Fallow und Pastell. Männchen und Weibchen lassen sich meist an den blauen Abzeichen der Männchen unterscheiden.
Wesen & Lautstärke
Mutig, frech und selbstbewusst weit über ihre Größe hinaus. Sperlingspapageien sind für Papageien leise - ihr Geplauder ist sanft und wohnungstauglich, ohne lautes Schreien. Sie sind keine großen Sprecher, doch manche Männchen lernen ein paar Wörter.
Handaufgezogene Sperlingspapageien binden sich eng an eine Person und können sehr anhänglich werden, brauchen aber beständigen Umgang, um zahm zu bleiben. Ohne regelmäßigen Kontakt können sie bissig und revierbezogen werden, und wegen ihrer Kühnheit legen sie sich mit viel größeren Vögeln an - daher sollten sie niemals mit größeren Papageien zusammen gehalten werden.
Haltung & Freiflug
Mindestkäfig: 45 × 45 × 60 cm für einen Vogel, mit einem Gitterabstand von etwa 1,0-1,3 cm, damit er nicht entkommt oder sich verletzt. Größer ist immer besser - Sperlingspapageien sind energiegeladen und brauchen Platz zum Bewegen und Klettern.
Das brauchst du:
- Mehrere Sitzstangen mit unterschiedlichem Durchmesser (am besten Naturholz).
- Wechselndes Spielzeug - zum Nagen, Futterspiele und Zerrupfspielzeug für die fleißigen Schnäbel.
- Sepiaschale für Kalzium.
- Täglich Zeit außerhalb des Käfigs in einem vogelsicheren Raum (Fenster abgedeckt, Deckenventilatoren aus).
Ernährung
- Hochwertige Pellets als Basis (50-70 % der Ernährung).
- Saatenmischung als Ergänzung (nicht als Basis - reine Saatenkost führt zu Übergewicht und Nährstoffmangel).
- Täglich frisches Gemüse - Blattgrün, Brokkoli, Karotte, gekeimte Saaten.
- Wenig Obst - ein kleines Stück 2-3 Mal pro Woche.
- Sepiaschale für Kalzium.
Meiden: Avocado (für alle Vögel giftig), Schokolade, Koffein, Alkohol, Zwiebel, Salz.
Gesundheit & Lebenserwartung
15-20 Jahre.
Häufige Themen:
- Fettleber und Übergewicht durch reine Saatenkost.
- Legenot bei Weibchen.
- Atemwegsinfektionen - empfindlich gegenüber Dämpfen (Teflon, Sprays, Rauchen).
- Psittakose (bakteriell).
- Federrupfen durch Langeweile oder Stress.
- Verletzungen durch ihre furchtlose Angewohnheit, sich mit größeren Tieren anzulegen.
Suche dir vor der Anschaffung einen vogelkundigen Tierarzt mit Papageienerfahrung.
Sozialverhalten
Sehr gesellig, aber mit intensiver Paarbindung. Ein einzelner Sperlingspapagei kann nur mit engagierter täglicher Zuwendung als Ein-Personen-Vogel gedeihen. Für die Zahmheit werden sie oft am besten einzeln pro Käfig gehalten; zusammen gehaltene Sperlingspapageien binden sich eher aneinander als an ihren Halter und können aggressiv werden, sogar gegenüber Artgenossen, daher erfordern Vergesellschaftung und Verpaarung Sorgfalt und Platz.
Halte einen Sperlingspapagei niemals mit größeren Papageien zusammen - seine Furchtlosigkeit kann ihm schwere Verletzungen einbringen.
Training & Beschäftigung
Intelligent und trainierbar. Viele lernen das Aufsteigen auf die Hand, den Rückruf und einfache Tricks und lieben Futterspiele und Zerrupfspielzeug. Die Sprechfähigkeit ist begrenzt, doch manche Männchen lernen ein paar Wörter und Pfiffe. Beständiger, positiver Umgang ist der Schlüssel, damit sie lieb bleiben statt bissig zu werden.
Vor- & Nachteile
Vorteile:
- Winzige Größe, große Persönlichkeit.
- Leise und wohnungstauglich.
- Intelligent und trainierbar.
- Für einen so kleinen Papagei langlebig.
Nachteile:
- Eine Verpflichtung für 15-20 Jahre.
- Braucht beständigen täglichen Umgang, sonst wird er bissig.
- Frech und revierbezogen; nicht mit größeren Vögeln zu vergesellschaften.
- Empfindlich gegenüber Giftstoffen in der Luft (Teflon, Sprays).
Am besten geeignet für
- Halter, die einen kleinen Papagei mit großer Persönlichkeit suchen.
- Wohnungsbewohner, die einen leiseren Vogel brauchen.
- Halter, die beständig täglich Aufmerksamkeit schenken können.
Nicht geeignet für Haushalte, in denen antihaftbeschichtetes Kochgeschirr genutzt wird (Teflondämpfe können Vögel schnell töten), mit Rauchern im selben Raum, sehr kleine Kinder oder Haushalte, die einen Vogel frei mit größeren Papageien zusammenleben lassen wollen.
Sperlingspapagei (Blaugenick-Sperlingspapagei) - häufige Fragen
Können Sperlingspapageien sprechen?
Soll ich einen oder zwei nehmen?
Wie alt werden sie?
Sind sie gut für Kinder?
Sind sie laut?
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Tieres wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.