Gouldamadine
Die Gouldamadine (Chloebia gouldiae) gilt vielen als schönster Fink der Welt - ein kleiner australischer Prachtfink mit klar abgesetzten Farbfeldern in Violett, Gelb, Grün und Türkis, mit leuchtend schwarzem, rotem oder orangefarbenem Kopf.
Überblick
Die Gouldamadine (Chloebia gouldiae) wird oft als schönster Fink der Welt bezeichnet - ein kleiner australischer Prachtfink mit klar abgesetzten Farbfeldern in Violett, Gelb, Grün und Türkis, mit einem leuchtenden Kopf, der schwarz, rot oder orange sein kann. Gouldamadinen sind in erster Linie Volieren- und Zuchtvögel: Man hält sie wegen ihrer atemberaubenden Farben und ihres sanften Schwarmverhaltens, nicht zum Anfassen. Sie belohnen Halter, die Wärme, hochwertige Ernährung und die Gesellschaft von Artgenossen bieten.
Naturgeschichte & Herkunft
Gouldamadinen stammen aus den tropischen Savannen Nordaustraliens, wo sie in grasigen Waldlandschaften in Wassernähe leben und sich überwiegend von Grassamen ernähren. Sie sind kälteempfindlich und wurden im 19. Jahrhundert vom Künstler und Naturforscher John Gould nach seiner Frau benannt. Die Wildbestände sind zurückgegangen, doch in der Vogelzucht wird die Art weltweit in großer Zahl nachgezogen.
Aussehen
Ausgewachsene Vögel wiegen 14-19 g, die Länge liegt bei etwa 13-14 cm einschließlich Schwanz.
Farbschläge: spektakulär vielfarbig - violette Brust, gelber Bauch, grüner Rücken und türkisfarbener Nacken, dazu drei natürliche Kopffarben (schwarzköpfig am häufigsten, dann rotköpfig, selten orangeköpfig). Die Zucht hat weitere Mutationen hervorgebracht, etwa blaue, gelbe und silberne Formen. Männchen sind kräftiger gefärbt als Weibchen.
Wesen & Lautstärke
Sanft, friedlich und etwas scheu. Gouldamadinen sind leise Vögel - ihr weicher Gesang und ihre Rufe sind ausgesprochen wohnungstauglich, ohne jede Lautstärke eines Papageis. Mit Artgenossen und anderen friedlichen Finken sind sie gesellig.
Gouldamadinen sind keine Vögel zum Anfassen. Sie sind schreckhaft und geraten durch häufiges Einfangen oder Handling in Stress - man genießt sie am besten als aktive, farbenprächtige Volierenvögel, nicht als Gefährten, die auf der Hand sitzen.
Haltung & Freiflug
Mindestkäfig: ein Flugkäfig ab etwa 90 cm Breite für ein Paar oder eine kleine Gruppe - die Breite zählt weit mehr als die Höhe, denn Finken fliegen horizontal. Ideal ist eine Voliere. Gouldamadinen brauchen Flugraum, um fit zu bleiben.
Dazu gehören:
- Mehrere Sitzstangen unterschiedlicher Stärke, so platziert, dass freie Flugbahnen bleiben.
- Sepiaschale und Grit oder ein Mineralpräparat für Verdauung und Kalzium.
- Eine flache Badeschale, die Finken begeistert nutzen.
- Nist- und Deckungsmöglichkeiten bei Zuchtabsicht sowie sanfte, friedliche Mitbewohner.
Ernährung
- Hochwertige Finken-Körnermischung als Basis, idealerweise mit gekeimten und eingeweichten Saaten.
- Pellets oder Eifutter zur breiteren Nährstoffversorgung, besonders in der Brutzeit.
- Täglich frisches Grün - kleine Mengen Blattgrün und eingeweichte Saat.
- Sepiaschale und Mineralgrit für Kalzium und Verdauung.
- Täglich frisches Wasser, dazu eine Badeschale.
Tabu: Avocado (für alle Vögel giftig), Schokolade, Koffein, Alkohol, Zwiebeln, Salz.
Gesundheit & Lebenserwartung
5-8 Jahre (bei ausgezeichneter Pflege auch länger).
Häufige Probleme:
- Luftsackmilben - ein verbreiteter, ernster Finkenparasit, der pfeifende Atmung und Atemnot verursacht.
- Auskühlung und Kältestress - dies ist eine wärmeliebende tropische Art, und Nässe setzt ihr genauso zu wie Kälte: ein trockener, zugfreier Platz ist wichtig, besonders während der Mauser.
- Legenot bei Weibchen.
- Nährstoffmängel in den anstrengenden Mauser- und Brutphasen - die Mauser ist für Gouldamadinen eine wirklich riskante Zeit, durch die Wärme, saubere Luft und gute Ernährung sie tragen.
- Kokzidiose und andere Parasiten.
- Atemwegsinfekte - empfindlich gegenüber Dämpfen (Teflon, Sprays, Rauchen).
Vor der Anschaffung einen vogelkundigen Tierarzt mit Finkenerfahrung suchen.
Sozialverhalten
Hochsoziale Schwarmvögel, die niemals allein gehalten werden dürfen. Mindestens ein Paar halten, besser eine kleine Gruppe, auf Wunsch zusammen mit anderen sanften Finken. Gesellschaft gibt ihnen Ruhe und Sicherheit - Isolation bedeutet Stress.
Gouldamadinen können recht passiv sein; deshalb nicht mit aufdringlichen oder aggressiven Arten vergesellschaften, die sie am Futter verdrängen.
Training & Beschäftigung
Gouldamadinen werden nicht trainiert wie Papageien. Beschäftigung entsteht durch einen geräumigen Flugraum, die Gesellschaft von Artgenossen, Bademöglichkeiten, frische samentragende Gräser und eine naturnah bepflanzte Voliere, die zu natürlichem Fliegen und Futtersuchen einlädt.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Unter den schönsten aller Heimvögel
- Leise und wohnungstauglich
- Friedlich und gesellig mit Artgenossen
- Aktives, wunderschönes Volierenbild
Nachteile
- Kein Vogel zum Anfassen
- Kälteempfindlich, braucht Wärme
- Anfällig für Luftsackmilben
- Muss in Gesellschaft leben, nie allein
Am besten geeignet für
- Volieren- und Zuchtliebhaber
- Halter, die farbenprächtige, leise Vögel beobachten möchten
- Wohnungsbewohner, die eine leise Art brauchen
Nicht geeignet für Haushalte, in denen beschichtetes Kochgeschirr aktiv benutzt wird (Teflon-Dämpfe können Vögel binnen kurzer Zeit töten), für Raucher im selben Raum, kalte oder zugige Wohnungen - oder für alle, die einen Vogel zum Anfassen wollen.
Gouldamadine - häufige Fragen
Kann man Gouldamadinen zähmen oder auf die Hand nehmen?
Einen Vogel anschaffen oder mehrere?
Wie alt werden sie?
Sind sie schwer zu halten?
Sind sie laut?
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Tieres wende dich bitte an eine Tierarztpraxis.